Non classé

Quartiermeister – Geförderte Projekte

 

Das Hallo Projekt ist eine soziale Initiative mit dem Ziel, Einwander*innen und Senior*innen zusammenzubringen, um den interkulturellen und generationsübergreifenden Austausch zu fördern und die Einsamkeit von beiden Gruppen zu überwinden. Das Projekt besteht aus zwei Teilen: Gemeinsame Aktivitäten und ein Tandem- Programm. Zu ersteren zählen Spaziergänge sowie Koch-, Spiel-, Kultur- und Tanzabende, wo beide Gruppen sich kennenlernen, austauschen und Vorurteile abbauen können. Um langfristige Beziehungen aufzubauen, werden beim Tandem- Programm jeweils ein*e Senior*in und ein*e Einwander*in anhand gemeinsamer Interessen, Hobbys und nahem Wohnort zusammengebracht. In einer vertrauensvollen und lockeren Atmosphäre gewinnen die Einwander*innen Selbstvertrauen, um ihre Deutschkenntnisse anzuwenden und zu verbessern. Die Senior*innen werden involviert und wertgeschätzt, denn sie helfen Anderen, ihre Sprachfähigkeiten zu verbessern und sich zu integrieren. Durch diese Win-win-Situation wird die Integration und die aktive Teilnahme von beiden Gruppen an der Gesellschaft gefördert.

Das Projekt wurde aufgrund von drei sozialen Problemen gegründet: Einsamkeit, soziale Isolation und unzureichende Integration von Einwander*innen in die Gesellschaft und deren Alltag. 28,2% der Münchner Bevölkerung besteht aus Menschen mit Migrationshintergrund. Viele arbeiten auf Englisch oder anderen Sprachen und nutzen somit ihre Deutsch- Sprachkenntnisse trotz Deutschunterrichts selten. Ein Grund hierfür ist das Fehlen passender Gesprächspartner*innen, Zeitmangel und eine mangelnde Struktur an Unterstützung für deutschlernende Berufstätige. Gleichzeitig sind mehr als 26,3% der Münchner Bevölkerung Senior*innen ab 60 Jahren. Viele haben keine Familie oder Bekannte in der näheren Umgebung und verbringen einen Großteil ihrer Zeit allein. Andere beziehen eine niedrige Rente, weshalb sie nur bedingt an sozialen Aktivitäten teilnehmen können. Jedoch haben sie großes Interesse am gesellschaftlichen Alltag teilzuhaben, neue Menschen kennenzulernen und mehr über andere Länder und Kulturen zu erfahren.

Gesellschaftliche Teilhabe bedeutet, dass Bürger*innen aktiv am politischen, kulturellen und sozialen Leben teilnehmen. Bevölkerungsgruppen, die sich aufgrund von ungenügenden Sprachkenntnissen, gesundheitlichem Zustand oder ökonomischer Situation nicht beteiligen können, fühlen sich ausgegrenzt. Dies hat soziale Isolation, Einsamkeit und Desintegration zur Folge. Das Hallo Projekt stellt sich eine Gesellschaft vor, in der Senior*inneb und Einwander*innen aktive Teilnehmer*inneb sind, wo unterschiedliche Sprachen, Herkunft und Alter als wertvolle Ressource geschätzt werden. Teilhabe ist möglich und jede*r sollte eine Chance bekommen, aktiv am Gesellschaftsleben teilzunehmen.

Nachgefragt bei … Das Hallo Projekt

Auch in der zweiten Runde möchten wir wieder einen Einblick geben: Wer sind die Menschen hinter den Projekten? Woran wird gerade gearbeitet? Welche Tipps können die Projektmacher anderen geben? Den Anfang macht dieses Jahr Lisi Brizuela vom Hallo Projekt .

Lichterkette e.V.: Begegnungsräume zwischen Einwanderern und SeniorInnen – die Idee ist sehr spannend, wie bist du überhaupt darauf gekommen? Was hat dich inspiriert?

Hallo Projekt: Als ich nach Deutschland umgezogen bin, wollte ich Deutsch lernen und mich integrieren aber es war viel schwerer als ich dachte. Im Sprachkurs hatte ich die Theorie gelernt aber mir fehlte die Praxiserfahrung. Ich habe mit mehreren Tandems versucht Deutsch zu üben, doch leider hat es nicht immer funktioniert. Meine Tandempartner waren sehr beschäftigt und dadurch war es schwer einen Termin zu vereinbaren oder wir haben uns getroffen, hatten aber keine gemeinsamen Interessen und somit kein Konversationsthema. Manchmal hatte es super gepasst und dennoch haben wir uns nie wiedergesehen. Leider spielen diese Kleinigkeiten eine große Rolle, wenn man neu in einem Land ist und versucht die Sprache zu lernen und sich wie zu Hause zu fühlen.

Danach hatte ich einen Job auf Englisch gefunden und habe sehr wenig Deutsch gesprochen. Genau dieses Problem hatten viele meine Freunde in München.

Gleichzeitig hatte ich gemerkt, dass es viele Senioren gibt, die nach Flaschen im Müll suchen. Ich habe mich informiert und herausgefunden, dass das Rentensystem in Deutschland nicht so gut ist wie ich dachte. Ich wollte diesen Menschen helfen und hatte es mit einem ähnlichen Projekt bereits 2017 versucht, aber leider hat es nicht funktioniert. Es bestand Interesse bei den Einwanderern aber nicht bei den Senioren.

2018 habe ich es jedoch nochmals versucht. Statt des Themas Altersarmut, lag der Fokus auf der Alterseinsamkeit und das Ergebnis war ein totaler Erfolg!

Meine größte Motivation das Projekt zu machen und weiterzuentwickeln ist, dass ich nicht möchte, dass andere Einwanderer die gleichen Erfahrungen machen, wie ich. Alle sollten die Möglichkeit haben die Sprache zu lernen, zu üben und sich zu integrieren. Meine Idee besteht nicht nur darin, mit Senioren Deutsch zu lernen, sondern auch die Einsamkeit beider Seiten zu überwinden, sodass sich alle wohl und wie zu Hause fühlen. Dafür bilden wir auch eine Community, in der sich alle gegenseitig unterstützen und Freundschaften schließen können.

LK: Welcher HALLO-Moment ist euch besonders in Erinnerung geblieben?

HP: Die lohnendsten und besten Momente für uns sind einfach die Erlebnisse während unserer Aktivitäten, wo wir sehen können, wie sich verschiedene Gruppen gut verstehen, austauschen und ihre Unterschiede, Vergangenheit und Lebenssituationen für einen Augenblick vergessen. Besonders wenn die Senioren die Einwanderer nach Hilfe mit dem Smartphone fragen, Nummer tauschen und sich danach wieder treffen zeigt uns, dass das Projekt funktioniert.

LK: Was sind derzeit Herausforderungen, denen ihr begegnet?

HP: Unsere derzeitigen Herausforderungen liegen an der Tatsache, dass unser Projekt ausschließlich aus Freiwilligenarbeit besteht daher sind unsere Zeit und finanzielle Ressourcen begrenzt. Im Gegensatz zu den berufstätigen Einwanderern, die abends sehr gut erreichbar sind, können wir die Senioren nur tagsüber erreichen. Da unser Team nur aus Freiwilligen besteht, die Vollzeit arbeiten, können wir tagsüber keine Öffnungszeiten für die Senioren anbieten, was sehr wichtig wäre, um Senioren für das Projekt zu gewinnen.

LK: Kamt ihr mal an den Punkt, aufzugeben oder nicht weiter machen zu wollen? Falls ja, was hat euch in diesen Momenten konkret dazu motiviert dran zu bleiben?

HP: Es gab wie bei allen neuen Projekten einige Höhen und Tiefen und auch Momente, wo wir natürlich überlegen mussten, ob wir weitermachen sollten. Aber genau diese kritischen Momente haben uns gezeigt, dass es die ganzen Bemühungen Wert waren, um etwas viel Größeres zu schaffen.

LK: Was steht bei euch im Jahr 2020 an?

HP: Unsere Agenda und Ziele für 2020 ist sehr umfangreich. Wir haben uns viel vorgenommen und sind auf einem guten Weg. Wir haben das Jahr mit guten Neuigkeiten angefangen, unser Verein wurde endlich eingetragen und als gemeinnützig anerkannt. Damit sind viele Hürden für Kooperationen und Fördergeld weg. Wir möchten das Projekt in weitere Nachbarschaften in München bringen, mehr Teilnehmer und Kooperationspartner gewinnen und Fördergeld um eine Person auf Minijob-Basis einzustellen.

LK: Wie können begeisterte Leser des Interviews euch unterstützen?

HP: Wir freuen uns auf jede Hilfe: Uns auf sozialen Netzwerken, wie Facebook und Instagram folgen, Flyer verteilen, Unterstützung bei unseren Aktivitäten, neue Ideen oder spezifische Hilfe wie Graphik Design und Zeit-, Sach-, und Geldspenden.

LK: Was würdet ihr Projektmachern, die mit ihrer Idee noch ganz am Anfang stehen, auf den Weg geben?

HP: Immer weitermachen! Es werden immer Höhen und Tiefen geben, und es ist nicht so wichtig wie tief Du gesunken bist, sondern was du daraus gelernt hast und wie stark und motiviert du wieder anfängst.

WO WISSEN WIRKT: STARTSOCIAL FÖRDERT HILFE FÜR HELFER

SEIT 2001 UNTERSTÜTZEN MITARBEITER VON PROSIEBENSAT.1 DEN WETTBEWERB STARTSOCIAL ALS JUROREN UND COACHES – UND HELFEN SOZIALEN INITIATIVEN MIT IHRER EXPERTISE IN DEN UNTERSCHIEDLICHSTEN BEREICHEN. ZWEI DIESER PROJEKTE, DIE SICH FÜR DIE INTEGRATION UND BILDUNG VON FLÜCHTLINGEN EINSETZEN, WURDEN 2019 VON SCHIRMHERRIN UND BUNDESKANZLERIN ANGELA MERKEL AUSGEZEICHNET.


  • Peter Müller, Scrum Master bei ProSiebenSat.1 Tech Solutions, coachte Paula Suarez (Mitte) und Lisi Brizuela beim „Hallo Projekt“: Sie gehen einen völlig neuen Weg und bringen einheimische Senioren und Flüchtlinge zusammen.

Die Flüchtlingskrise ist eine der größten globalen Herausforderungen unserer Zeit. Unter Krieg, Vertreibung und Flucht leiden vor allem Kinder. Der Verlust des gewohnten Umfelds und vielleicht sogar von Familienmitgliedern und Freunden hat dramatische Auswirkungen auf die jungen Seelen. Noch dazu ist an einen geregelten Tagesablauf nicht zu denken, Schulen in den Zeltlagern oder Notunterkünfte sind meist nicht existent oder nur ein schlechtes Provisorium. Und auch wenn die Flüchtlinge mit ihren Familien in einem sicheren Land angekommen sind, liegt ein normaler Alltag oft in weiter Ferne. Häufig erschweren mangelnde Sprachkenntnisse oder schlicht fehlende soziale Kontakte das Ankommen in der neuen Heimat.

Diesen Menschen ein Stück weit Normalität zurückgeben – dafür kämpfen viele Projekte, die sich für die Integration und Bildung von Flüchtlingen einsetzen. Drei solcher Initiativen wurden dieses Jahr beim 15. startsocial-Wettbewerb gefördert. Der Verein hat das Ziel, Gründer von ehrenamtlichen Initiativen zu unterstützen. Die Vision dabei: eine Gesellschaft, in der sich Menschen selbstverständlich füreinander engagieren und dabei die Unterstützung, Wertschätzung und Sichtbarkeit erhalten, die sie verdienen. Im Mittelpunkt von startsocial steht daher nicht die einmalige finanzielle Förderung einzelner Projekte, sondern die Vernetzung zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft und ein daraus entstehender systematischer Wissenstransfer. Erfahrene Fach- und Führungskräfte bringen bei startsocial ihr Know-how ehrenamtlich in zweierlei Hinsicht ein: Jurorinnen und Juroren geben hilfreiches schriftliches Feedback und Anregungen zur Weiterentwicklung der Initiativen. Die startsocial-Coaches unterstützen durch Beratung und Hilfestellung vor Ort, beispielsweise bei Organisationsentwicklung, Finanzplanung und Projektmanagement. Ziel ist es, die Initiativen so aufzustellen, dass sie effizient, wirksam und nachhaltig arbeiten können.


  • Dr. Sunniva Engelbrecht, geschäftsführender Vorstand von startsocial, mit Conrad Albert, Deputy CEO und Group General Counsel der ProSiebenSat.1 Media SE.

ProSiebenSat.1 hat den Wettbewerb 2001 mitgegründet. Jedes Jahr unterstützen Mitarbeiter des Konzerns startsocial-Initiativen als Juroren und Coaches mit ihrer Expertise in unterschiedlichen Bereichen. 2019 coachten ProSiebenSat.1-Mitarbeiter insgesamt fünf Projekte. Mit „Das Hallo Projekt“, „Zeltschule“ und „Back on Track e.V.“ fuhren drei davon nach Berlin zur Finalrunde. Die beiden letztgenannten wurden mit Geldpreisen ausgezeichnet.

„Wir machen Schule!“ hat sich der Verein „Zeltschule“ auf die Fahnen geschrieben. Die Initiative setzt sich für die schulische Bildung von syrischen Flüchtlingskindern im Libanon ein – und das in Zelten, die als Klassenzimmer dienen. Neben der Ausbildung ist das Ziel des Engagements, Radikalisierung der Kinder und Jugendlichen vorzubeugen und sie von einer möglichen Flucht nach Europa abzuhalten. Denn der Wiederaufbau des zerstörten Heimatlandes wird nur mit gut ausgebildeten jungen Menschen gelingen. Zudem bieten die Zeltschulen den jungen Menschen ein Stück Alltag und einen geregelten Tagesablauf.

Bildung wird auch bei „Back on Track“ großgeschrieben: Bei der Initiative entwickeln arabischsprachige Flüchtlingskinder mit gleichsprachigen Mentoren einen Lernplan, um bestehende Bildungslücken zu schließen. Zunächst klären die Mentoren, welche Kompetenzen die Kinder in ihrem Heimatland bereits erworben haben, denn so kann der Lernplan ideal auf den vorhandenen Fähigkeiten aufbauen. Durch dieses Konzept werden sowohl geflüchtete Kinder und Jugendliche als auch geflüchtete Akademiker, die sich in ihr neues gesellschaftliches Umfeld sinnvoll einbringen wollen, gefördert.

Das „Hallo Projekt“ geht einen völlig neuen Weg und bringt einheimische Senioren und Flüchtlinge zusammen. Das Projekt besteht aus zwei Teilen: gemeinsame Aktivitäten und ein Tandem-Programm. Zu ersteren zählen Spaziergänge sowie Koch-, Spiel-, Kultur- und Tanzabende, bei denen sich beide Gruppen kennenlernen und austauschen können. Das Tandem-Programm bringt Senioren und Einwanderer mit gemeinsamen Interessen, Hobbys und passendem Wohnort zusammen. Daraus entsteht eine klassische Win-Win-Situation: Durch den Umgang miteinander werden beiderseitig bestehende Vorurteile abgebaut – und während die Flüchtlinge ihre Deutschkenntnisse in einer lockeren Atomsphäre verbessern, können Senioren Anschluss finden und neue Kontakte knüpfen.

Dr. Sunniva Engelbrecht

Geschäftsführender Vorstand bei startsocial

3 FRAGEN AN DR. SUNNIVA ENGELBRECHT, GESCHÄFTSFÜHRENDER VORSTAND BEI STARTSOCIAL

 
 
 

Gibt es etwas, dass Ihnen während Ihrer Zeit bei startsocial besonders in Erinnerung geblieben ist?

Es gibt so viele unterschiedliche Dinge, die mich an den Teilnehmern beeindrucken. Was aber alle von ihnen gemeinsam haben, ist eine Art „innerer Motor“, der sie antreibt, die Welt ein kleines bisschen besser machen zu wollen. Und mich fasziniert immer wieder aufs Neue, welche herausragenden und einzigartigen Ideen dabei entstehen.

 
 
 

Was ist am „Hilfe für Helfer“-Konzept von startsocial so besonders?

Ich spreche hier immer gerne vom „Brückenbau-Effekt“: Wir bringen Bereiche und Menschen zusammen, die im normalen Alltag keine Berührungspunkte haben und damit auch nicht voneinander profitieren könnten. Wir schaffen es, Know-how aus der Wirtschaft in den sozialen Sektor zu bringen, genauso wie andersherum. Das macht uns als Verein tatsächlich einmalig.

 
 
 

Wie wichtig ist die Unterstützung von ProSiebenSat.1?

ProSiebenSat.1 unterstützt uns als verlässlicher Partner auf unterschiedliche Art und Weise: Die Mitarbeiter leisten als Coaches tolle Arbeit und brennen für die Projekte, die sie betreuen – und zwar auch, wenn damit weitere Arbeit nach Feierabend auf sie zukommt. Außerdem profitieren wir von den Werbezeiten auf den Sendern der Gruppe: Das macht unsere Arbeit bekannter und hilft uns besonders in der Bewerbungsphase.

 

STARTSOCIAL

HILFE FÜR HELFER

startsocial ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen Engagements. Unter dem Motto „Hilfe für Helfer“ vergibt der Verein jährlich 100 viermonatige Stipendien an soziale Initiativen. Mitmachen können alle, die soziale Probleme oder Herausforderungen mit Hilfe von Ehrenamtlichen anpacken. Die startsocial-Stipendiaten erwartet eine kostenlose viermonatige Beratung ihrer sozialen Initiative durch jeweils zwei erfahrene Fach- und Führungskräfte. 25 herausragende Initiativen werden am Ende des Stipendiums auf einer feierlichen Preisverleihung in Berlin geehrt. Sieben von ihnen erhalten dort Geldpreise im Gesamtwert von 35.000 Euro, darunter ist auch ein Sonderpreis der Bundeskanzlerin.

Wer sich ebenfalls ehrenamtlich bei startsocial engagieren möchte, findet weitere Informationen unter https://startsocial.de/

Das Hallo Projekt, saludos que integran

Das Hallo Projekt, saludos que integran

 

hallo projekt

Encuentro de participantes del proyecto. /NAYARA SCHNEIDER

Hallo significa hola en alemán. “El hallo abre puertas, puede cambiar el mundo. Con un halló uno inicia conversaciones en la calle y hasta puede hacer muy buenos amigos. Es el comienzo de todo”. (Lisi Brizuela, creadora de Das Hallo Projekt en Múnich).

En medio de una Alemania convulsionada por el accionar de grupos neonazis, existen inmigrantes que utilizan su tiempo fuera del trabajo y sus ganas de ayudar para desarrollar proyectos de integración social. Tal es el caso de Lisi Brizuela, una argentina de 28 años residente en Múnich, que junto con su equipo reúne esfuerzos diariamente para cambiar su realidad más cercana. Lo que ellos hacen se llama Das Hallo Projekt, y consiste en reunir personas mayores locales con inmigrantes que quieran practicar el alemán. “Creemos que nadie debe ser excluido, y menos si factores como el origen, el idioma, la edad, los ingresos y / o el estado de salud son la causa de la exclusión social”, establece el equipo como la idea central del proyecto.

El proyecto

Encuentro en el Westpark de Múnich. /NAYARA SCHNEIDER

Todo empezó en 2017. Lisi, luego de haberse mudado a Múnich, comenzó a notar que una gran cantidad de abuelos (personas mayores de 60 años) deambulaban por la zona de la Estación Central de trenes, Hauptbahnhof, en busca de latas y/o botellas en los basureros para obtener algún dinero a cambio. Presintió que allí había un problema social, una gran falla en el sistema que debía ser resuelta. A los pocos días vio por televisión una nota en un programa de noticas en la cual explicaban el gran problema de pobreza y aislamiento social que viven los abuelos en Alemania. El 22% de los habitantes de Múnich son personas mayores de 60 años. Muchos de ellos no tienen familia ni conocidos en las cercanías y pasan gran parte de su tiempo solos. Un gran número de esta población continúa recibiendo una pensión baja, lo que significa que solo pueden participar de forma limitada en actividades sociales.

Por otro lado, hoy en la capital de Baviera residen casi 200 000 inmigrantes entre 20 y 40 años. Su interés en un intercambio lingüístico y cultural es muy grande. Muchos factores, como la falta de tiempo y la falta de interlocutores adecuados, representan una barrera para la integración.  Lisi vivió en primera persona y mediante sus allegados la frustración que representa la falta de entendimiento por la barrera idiomática. Aprender alemán no es fácil, y es mucho más complicado si no se tiene con quien practicarlo ni se tiene la motivación necesaria.

Es por estos motivos que se le ocurrió crear un proyecto que se enfocase en resolver dos grandes problemáticas muniquesas: la soledad de los adultos mayores y la falta de integración de los inmigrantes por cuestiones idiomáticas. Así fue como nació Das Hallo Projekt.

Las actividades de Das Hallo Projekt consisten en caminatas por algún parque (van cambiando de ubicación para que todos abuelos e inmigrantes recorran y conozcan Múnich), clases de salsa o diferentes tipos de juegos (por ejemplo). De a poco, también están comenzando un programa de tándem.

El nivel de alemán que se pide (no se exige, pero sí es una recomendación) es de A 2.2, para poder entablar al menos una conversación básica y no sentirse frustrado en el primer encuentro.

¿Cómo enterarse de los próximos eventos? Siguiendo las publicaciones en la web del proyecto (en facebook): www.facebook.com/dashalloprojekt

La joven tras el proyecto

Lisi Brizuela. /ALINA GENESIO

Lisi, 28 años, oriunda de Santa Cruz, Argentina. Antes de terminar el colegio secundario, a los 17 años, se inscribió a un sistema de pasantías internacionales que la llevaron a Bélgica.  Cuando volvió a su país, se mudó a Buenos Aires para comenzar sus estudios universitarios en Relaciones Internacionales. Durante estos años formó parte de forma voluntaria en diferentes organizaciones sociales. La última de ellas fue la ONG Zero Fronteras (2012-2013).

En 2010 había conocido en Buenos Aires a un alemán oriundo de Baviera que luego se convertiría en su esposo, y que la traería a Múnich a finales del 2013.

Cuando Lisi llegó a Munich vivió en primera persona las dificultades de la integración por parte de los extranjeros recién llegados. Lo primero que notó fue que la mayor barrera era el idioma. Cuando uno no habla bien el idioma local, no puede expresarse tal cual es ni mostrar su verdadera personalidad. “Recién cuando podés hacer bromas en el idioma local, es ahí cuando te sentís integrado y podés verdaderamente interactuar con el entorno de una manera natural; pero para llegar a eso hay un largo proceso que incluye academias (para aprender la gramática) y mucha práctica”, manifiesta Lisi. Ella había participado de varios encuentros de tándem (encuentros entre dos o más personas para intercambiar conocimiento en dos o más lenguas y practicarlas) para mejorar su alemán, pero ninguna le había dado resultado. “Lo difícil es desarrollar relaciones y mantenerlas. Hice muchos tándems, pero a la mayoría los vi solo una vez y nada más”, asegura.

Durante sus primeros años en Alemania, intentó formar parte de alguna que otra ONG o centros de voluntariado. Pero pareciera ser que, a veces, en Alemania hasta es complicado ayudar por cuestiones burocráticas. Es por eso que, en 2017, decidió desarrollar un proyecto propio y fundar su propia ONG.

Luego de mucho trabajo de investigación, encontró que una academia de Coaching (Coaching Civil Academy) ofrecía plazas para un curso que se iba a desarrollar en Alemania a finales del 2017 y principios del 2018. Quedó seleccionada entre los jóvenes que se postularon. Durante ese curso terminó por convencerse de que su nuevo proyecto y sus ideas tenían que ser llevadas a cabo y de que no iba a detenerse hasta lograrlo.

Ella no lo sabe, pero ese entusiasmo por ayudar y por concretar ideas con el único fin de mejorar el mundo (al menos la parte más cercana), no es algo que se vea todos los días. Como la mayoría, Lisi trabaja tiempo completo y tiene su familia (el alemán que la trajo –por suerte- hasta Múnich). Aun así, ella invierte su tiempo en un proyecto social que no solo está cambiando la forma de integración cultural sino la forma en la que los alemanes ven a los latinos. Incluso hasta la forma en la que los latinos nos vemos a nosotros mismos. He aquí la prueba de que los hispanos no solo nos quejamos de la exclusión social de los inmigrantes en Alemania; hay muchos que “ponen las manos en la masa”, como diríamos en Argentina, y se largan a hacer algo al respecto.

¿Y por qué abuelos? Ante esta pregunta, Lisi responde algo que todos los que vivimos en el extranjero sentimos alguna vez: “Cuando estamos tan lejos de casa, todos los abuelitos que nos cruzamos en la calle nos recuerdan a los nuestros. Yo también quisiera que alguien se preocupe por mis abuelitos y haga algo pro ellos si los ve en esta situación”.

Durante 2018, Lisi fue encontrando colaboradores y formando un equipo de trabajo. Hoy en día, forman parte de Das Hallo Projekt, Paula y Aylén de Argentina, Marco de Italia, Laura de Francia y Lena de Alemania.

¿Te gustaría participar de los encuentros mensuales? ¿Tenés contacto con centros de jubilados en Múnich y querés hacerles llegar la propuesta? ¿Querés ayudar a la distancia de alguna forma?

Si querés colaborar con el proyecto podés contactarte con Lisi o con su equipo de la siguiente manera:

Más información:

Teléfono: 0171 3398766

Perfil de facebook de Das Hallo Projekt

Web: http://leb-bunt.org

Erfolgsgeschichten Civil Academy

Das Hallo Projekt

Das Hallo Projekt von Lisi wuchs durch die Civil Academy zu einem realen Projekt. Im 15. Startsocial-Wettbewerb erhielt Lisi ein Beratungsstipendium. Dadurch wurde sie vier Monate lang von erfahrenen Führungskräften ehrenamtlich bei der weiteren Projektentwicklung unterstützt.

 

Erzähl uns von Deinem Projekt 

Das Hallo Projekt ist eine soziale Initiative mit dem Ziel, Einwander*innen und Senior*innen zusammenzubringen, um den interkulturellen und generationsübergreifenden Austausch zu fördern.

Das Projekt besteht aus zwei Teilen: Gemeinsame Aktivitäten und ein Tandem-Programm. Zu ersteren zählen Spaziergänge sowie Koch-, Spiel-, Kultur- und Tanzabende, bei denen sich beide Gruppen kennenlernen, austauschen und Vorurteile abbauen können. Demgegenüber bringt das Tandem-Programm eine Senior*in und eine Einwander*in mit gemeinsamen Interessen, Hobbys und passendem Wohnort zusammen. In einer vertrauensvollen und lockeren Atmosphäre gewinnen die Einwander*innen Selbstvertrauen, um ihre Deutschkenntnisse anzuwenden und zu verbessern. Die Senior*innen werden involviert und wertgeschätzt, denn sie helfen den Einwander*innen, ihre Sprachfähigkeiten zu verbessern und sich zu integrieren.  Durch diese win-win Situation wird die Integration von Einwander*innen und die aktive Teilnahme von beiden Gruppen an der Gesellschaft gefördert.

Woher nimmst Du Deine Motivation für Dein Projekt? Wie kamst Du auf die Idee? 

Als ich nach Deutschland umgezogen bin, wollte ich Deutsch lernen und mich integrieren, aber es war viel schwerer als ich dachte. Im Sprachkurs hatte ich die Theorie gelernt, aber die Praxiserfahrung fehlte. Ich habe mit mehreren Tandems versucht Deutsch zu üben, aber es hat nicht immer funktioniert. Die Personen waren entweder sehr beschäftigt oder es war schwer einen Termin zu vereinbaren, wir hatten uns getroffen, aber hatten keine gemeinsamen Interessen und somit kein Konversationsthema oder aber es hatte super gepasst und dennoch haben wir uns nie wiedergesehen. Leider spielen diese Kleinigkeiten eine große Rolle, wenn man neu in einem Land ist und versucht die Sprache zu lernen und sich wie zu Hause zu fühlen.

Danach hatte ich einen Job auf Englisch gefunden und habe sehr wenig Deutsch gesprochen. Genau dieses Problem hatten viele meiner Freund*innen in München.

Gleichzeitig hatte ich gemerkt, dass es viele ältere Menschen gibt, die nach Flaschen im Müll suchen. Ich habe mich informiert und herausgefunden, dass das Rentensystem in Deutschland nicht so gut ist wie ich dachte. Ich wollte diesen Menschen helfen und hatte es mit einem ähnlichen Projekt bereits 2017 versucht, aber leider hat es nicht funktioniert. Es gab Interesse von den Einwander*innen, aber nicht von anderer Seite.

2018 habe ich es jedoch nochmals versucht, aber anstatt des Themas Altersarmut, habe ich Alterseinsamkeit gewählt und es hat funktioniert!

Meine größte Motivation das Projekt zu machen und weiterzuentwickeln ist, dass ich nicht möchte, dass andere Einwander*innen die gleichen Erfahrungen machen wie ich. Alle sollten die Möglichkeit haben die Sprache zu lernen, zu üben und sich zu integrieren. Meine Idee besteht nicht nur darin, mit älteren Menschen Deutsch zu lernen, sondern auch die Einsamkeit von beiden Seiten zu überwinden, sodass sich alle wohl und wie zu Hause fühlen. Dafür bilden wir auch eine Community, in der sich alle gegenseitig unterstützen und Freundschaften schließen können.

Du warst Teilnehmer der 26. Runde der Civil Academy. Was hat das für Dich bedeutet? 

Die Zusage zum Stipendium hat für mich viel bedeutet. Als ich mich beworben habe, hatte ich mir selbst gesagt, dass wenn ich dieses Stipendium bekomme, versuche ich es nochmal, aber dieses Mal richtig und ich werde alles geben um das Projekt funktionieren zu lassen. Und falls es nicht funktioniert, weiß ich, dass ich alles versucht habe und ich lasse es einfach.

Und wie ihr wisst, habe ich das Stipendium bekommen. Nur ein paar Wochen später hatte ich schon die ersten Kooperationspartner*innen gewonnen.

Wie ging es mit Deinem Projekt nach der Civil Academy weiter? 

Während und nach der Civil Academy war viel los. Ich habe weitere Team-Mitglieder*innen rekrutiert, sowie zusätzliche Kooperationspartner*innen und Interessenten gewonnen. Seitdem ist es eine Nonstop-Entwicklung. Ich bin sehr glücklich über alles was wir bis jetzt erreicht haben und ich freue mich riesig auf die Zukunft!

Was waren Herausforderungen und Hürden, was war bisher Dein größter Erfolg mit Deinem Projekt? 

Ich hatte wirklich viele Herausforderungen, aber die größte ist der Zeitmangel. Ich und mein ganzes Team haben Vollzeitjobs, und wir können für das Projekt nur abends und am Wochenende arbeiten. Unser größter Erfolg ist die Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur 15. Bundespreisverleihung des Wettbewerbs Startsocial.

Was hast Du aus der Civil Academy mitgenommen? 

Ich habe so viel mitgenommen, dass ich mehrere Seiten bräuchte, um alles aufzuschreiben.

Es waren nicht nur die Kenntnisse, Tricks und hilfreichen Tipps, sowohl von den Coaches als auch von den anderen Stipendiat*innen, sondern auch die Atmosphäre und Umgebung von Changemakers und Social Innovators. Alles hat mich inspiriert und ich werde dafür immer dankbar sein.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft des Projekts / Deine persönlichen Pläne? 

Seit Monaten gibt es kein Ich mehr beim Projekt, sondern ein Wir. Mit mehr als 20 Freiwilligen im Team und mehr als 100 Teilnehmenden wissen wir, dass die Notwendigkeit für ein Projekt wie Das Hallo Projekt existiert, nicht nur in München, sondern deutschlandweit.

In 2 bis 3 Jahren ist das Ziel, ein nachhaltiges Angebot anbieten zu können, finanzielle Sicherheit zu haben und zudem im Zuge der Expansion des Projekts auch weitere Anlaufstellen in weiteren Städten in Deutschland aufzubauen.